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commando - piet


Erscheinungsjahr: 2005
Label: monster zero
Tracks: 11
Spielzeit: 31:17
Genre: alternative
Subgenre: sci-fi trash-surfrock
piet_cover.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Irgendwann Anfang des Jahres kamen mir Man or Astro-man? nochmal in den Sinn. Diese legendären Aliens, die sich auf der Erde eingenistet haben, um alle paar Jahre merkwürdige, aber treibende Alben rauszuhauen, die sich irgendwo in der Schnittmenge aus Surfrock und Sci-Fi-Trashpop aufhalten. Mit ihrem letzten Werk "A Spectrum of infinite Scales" haben sie mich ziemlich beeindruckt, wenn auch die Begeisterung nicht lange anhielt. Nun ist die Veröffentlichung dieser CD auch schon gute fünf Jahre her und als geneigter Gernhörer wartet man doch auf ein neues Album der abgedrehten Ami-Aliens.

Und just im Sommer 2005 schneit ein handbeschrifteter Rohling mit schlecht kopierter Papierhülle herein, dessen erster Track verheißt: "Wir sind wieder da." unterschrieben von eben jenen Man or Astro-man?. Merkwürdig allerdings: Sie heißen jetzt Commando, kommen aus Trier und haben ihre Pseudonyme ausgetauscht. Letzteres aber gar nicht so auffällig. Dr. Zont und Dusty Dave Morino - so könnten durchaus auch Außerirdische heißen. Und auch das Cover scheint nicht wirklich von dieser Welt. Beim dritten Song wird man aber doch stutzig: "9 Volt" stammt im Original von... Man or Astro-man? (auf deren 96er-Scheibe "Experiment Zero" enthalten). Und der Gesang hebt sich auch von den Originalen ab. Commando ist also durchaus ein eigenständiges Wesen, was man im weiteren Verlauf von "Piet" zwar hört, besonders offensichtlich werden die Unterschiede abgesehen vom Gesang und so manch handfester rockendem Track ("A6") aber selten.

Vom Opener "Irene S." an bis zum letzten Track "Natural Born Halbstark" (weiß noch nicht, ob ich den Titel gut oder scheiße finden soll) gibt es eine durch den Sci-Fi-Wolf und Verzerrer und eine weitere merkwürdige Maschine gedrehte Version von klassischem Surfrock der 60er und 70er. An Dick Dale erinnern dabei aber nur die zugrunde liegenden Rhythmen, Harmonien und Gitarrenlinien. Ansonsten stehen Commando zu diesem in etwa wie die Hives zu den Beatles. Gleichzeitig modern und antiquiert also, aber im Wesentlichen viel rockiger und verzerrter als das ursprüngliche Original. Ja, sie können richtig Arsch treten, gleichzeitig aber auch subtil verstörende, lustige und merkwürdige Samples und Wendungen in die Songs einbauen, die man bei den ersten Hördurchgängen längst nicht alle mitbekommt. Und gerade das macht das Album wertvoll: Schlechte Man or Astro-man-Kopien finden durchaus auch die Vibrato- und Reverbeinstellungen der Gitarre und spielen damit die typischen Surf-Melodielinien nach, aber die Feinheiten des Sounds bleiben ihnen im Verborgenen.

Abwechslung bieten bei "Piet" auch noch so manch ungewöhnlich poppig-federnder Sound wie bei "C#C" (der sich in der Mitte für kurze Zeit doch noch als widerborstig und roh entpuppt) und durch den Gesang, der besonders in den Covern (neben dem oben Genannten: "For your love" von den Yardbirds, "Marabunta" von den Anacondas und "Bloodstains" von Agent Orange) zum Einsatz kommt. Dem geht leider überwiegend jeglicher Charme abhanden und dient höchstens als weiterer Energieträger ("Bloodstains" und noch gelungener und verzerrter in "Natural Born Halbstark") oder als leidlicher Melodiegeber ("For Your Love"). Highlights bleiben die instrumentalen Songs, die begnadete (aber typische) Melodien, abwechslungsreiche Rhythmen und die abgedrehtesten Bleep/Waber-Samples in drei Minuten packen, wie "Lost Boy", "Black Crack", "Libertine" und der genannte Opener.

"Piet" geht also alles in allem durchaus in Ordnung, in erster Linie weil das Handwerk an allen Ecken und Kanten stimmt (nur am zum Glück selten auftauchenden Gesang könnte man noch etwas feilen oder noch ein Effektgerät davorstellen) und in letzter Zeit nicht viele besonders überzeugendes vergleichbare Werke erschienen sind. So kann der Sci-Fi Surf Trashrock Hörer beruhigt zum Commando-Album greifen, zumal das Ding auf 180 Gramm schwerem, durchsichtigem Vinyl erschienen ist. Auf 500 Stück limitiert. Die CD erscheint im Spätsommer.

Link zur Plattenfirma
Band-Link


Ähnlich:
Man or Astro-man?, Apemen, Agent Orange, Yardbirds, Anacondas, Fender 4, Beehive and the Barracudas, Turpentine Brothers, Lombego Surfers

03.08.2005
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!