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bombee+ - bombee+


Erscheinungsjahr: 2007
Label: sweet home records
Tracks: 11
Spielzeit: 42:18
Genre: alternative
Subgenre: americana
bombee.jpg
Bewertung: 6/10

rating

Es ist schon fatal, wenn die erste Tonfolge auf einem Album denen des einst totgespielten Klassikers "74-75" von den Connells ähneln. Das gilt auch für eine Band mit dem seltsamen Namen Bombee+ aus der vermeintlichen deutschen Musikwüste Chemnitz, beziehungsweise Karl-Marx-Stadt, wie die Band auf ihrem Myspace -Account angibt. Trotz der Ostalgie auf Myspace: Kommunisten scheinen Bombee+ nicht zu sein - der maßgebliche musikalische Einfluss kommt nämlich aus Amerika: Bombee bewegen sich in einem poppigen Spannungsfeld zwischen Country, Blues, Folk und Singer/Songwriter. Wie auch immer, der fatale Beginn des Albums bleibt dabei zum Glück die einzige Kopie einer der zahlreichen Referenzen.

So zahlreich die Referenzen, so einzigartig sind Bombee, in erster Linie wegen des eigenwilligen Gesangs von de Flandre und des Cajons, das als einziges Percussioninstrument eingesetzt wird. Zu den verhaltenen Bässen und schnarrenden Beats des Cajons und dem etwas leiernden aber vielfältigen Gesang gesellen sich verspielte, oft melancholische Akustikgitarrenmelodien. Herbstmusik ist vieles auf Bombees selbstbetiteltem, zweiten Album. Schon das filigrane goldbedruckte, gelungene Artwork vermittelt einen Eindruck davon und selbst Bombees Jugendstilschriftzug zeugt von der romantisch-melancholischen Ausrichtung der Band. Dennoch bleiben die Songs durch luftige Arrangments und sparsame Instrumentierung leicht.

Und zwischen nachdenklichen Songs wie "Autumn" und "Flower" mogeln sich auch fröhlichere Gesellen wie "One Love" und beschwingtes, schnelles Material wie "Powerfull Bouncing".

So weit, so gut - am Gesang De Flandres werden sich die Geister scheiden. Der gibt vor, sich in allen Tonlagen wohlzufühlen, heraus kommen dabei aber zu oft nur vordergründig engagierte Vocals, die damit Langweile zu verstecken scheinen. Das Geleier gipfelt in "Mahatma King" (musikalisch so etwas wie Sitar-Blues) - eine peinliche Karikatur von amerikanischen Bluessängern. Und trotz allen schönen Melodien - besonders in den tollen "Quiet", "Guts Hill" und "De Flandre" - stellt sich wegen der einfachen Instrumentierung und Songstrukturen schnell ein Sättigungsgefühl ein, das noch dadurch unterstützt wird, dass keine durchgängige Atmosphäre geschaffen wird. Diese wird nicht etwa durch die fröhlicheren Songs unterbrochen, sondern durch den Ausflug in den oben genannten Exotenblues „Mahatma King“ und das zu Tode langweilende Slidegitarreninstrumental "Mystic Plus", das auch noch auf fast fünf Minuten ausgewälzt wird.

So bleibt die Einzigartigkeit und die Handvoll schöner Songs um sich aus dem langweiligen Mittelmaß zu befreien. Schöne Ansätze dazu gibt es auch im Abschluss "Piets House II" zu bewundern, das sich mit recycelten Gitarren an eine diabolische Postrockversion der vorhergehenden Tracks annähert. Sechs Minuten sind für diese Ansätze aber zu großzügig bemessen.

Bombee

Bombee myspace 


Ähnlich:
Richard Buckner, Townes Van Zandt, Hank Williams, Mark Eitzel, William Elliott Whitmore, The Handsome Family, Steve Earle, Bob Dylan, Willard Grant Conspiracy, Tom Waits, Songs:Ohia, Magnolia Electric Co., Josh Ritter, John Martyn, Howe Gelb, Timesbold, Silver Jews, Jim White, Leonard Cohen, Will Oldham, Jack Logan, Souled American, Hayden, Woven Hand, Kristofer Åström & Hidden Truck, Celestial Season, Bart Davenport, Joe Henry, Home Of The Lame, Vetiver, Lou Barlow, Snailhouse, Elliott Smith, Wooden Stars, Palace Brothers, Iron & Wine, Neil Young, James Hindle, Micah P. Hinson, Ben David, Damien Jurado, American Analog Set, White Magic, Devendra Banhart, Ola Podrida, Eric Bachmann, Ben Weaver, Johnny Cash, Bonnie 'Prince' Billy, The Mountain Goats, M. Ward, Smog, Nick Drake, Calexico, St. Thomas, The Sad Riders, The Lost Patrol, American Music Club

18.11.2007
T. Goris


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!