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black rebel motorcycle club - howl


Erscheinungsjahr: 2005
Label: echo/pias
Tracks: 13
Spielzeit: 52:30
Genre: alternative
Subgenre: americana
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Bewertung: 7.5/10

rating

Richtig, Black Rebel Motorcycle Club war die Band, die ihren rotzigen Retrorock mit einem ordentlichen Schuss Psychedelik aufwerteten. Die besser waren als die Heerscharen von Epigonen, die dem angesagten Garagenrocktrend hechelnd hinterherliefen. Es war die Band, die trotzdem nicht so erfolgreich waren, wie sie hätten sein können.

Mit "Howl" treiben sie die Geister aus, die sie selber riefen. Es ist nicht das Album, das man als drittes erwartet hätte, so ganz anders als die ersten beiden, so ganz anders, als der momentane Trend. Auch "Howl" besinnt sich auf Ursprüngliches. Aber es ist merklich ruhiger, fast könnte man "altersweise" dazu sagen, aber das würde dem Club wohl zuwieder laufen. Sagen wir lieber: Bedacht, noch immer mit einer schwarzen Seele, aber ohne ungestümes Gespritze - die Melodie steht mittlerweile nicht mehr in dem Röhren von verzerrten Gitarren. Letztere nämlich muss man auf "Howl" mit der Lupe suchen. Pate standen hier nicht mehr the Jesus and the mary chain, sondern Neil Young und Bob Dylan. In der Stille liegt die Klarheit und die Kraft, was gleich beim Opener "Shuffle your feet" deutlich wird, in dem erstmal die Instrumente schweigen und die Zeile "Time won't save our souls" a cappella in den Kopf gehämmert wird. Irgendwo zwischen Gospel und schwarzen Backstreet Boys, bevor dann zünftig die musikalische Mischung aus Blues und Country in den Raum gehauen wird. Besser noch steht der neuen Ausrichtung aber die leiernden Klagegesänge vom folgenden Titeltrack zu Gesicht. In einer besseren Welt würden die Bright Eyes so klingen.
Richtig druckvoll wird es nur einmal auf "Howl". "Ain't no easy way" ist Country/Blues, wie er ansonsten wohl nur in der Hölle gespielt wird, die Slidegitarren schneiden einem Wunden ins Fleisch und die überdimensionierte Trommel scheint sich aus den Lautsprechern herausschieben zu wollen. Nein, there ain't no easy way out. Man muss durch und macht es gerne.

So hangelt sich der Black Rebel Motorcycle Club durch insgesamt dreizehn Songs und menschliche Abgründe, aber immer so abgeklärt, um nicht auszuflippen. Mal melancholisch, mal verzweifelt, oft sehnsüchtig, aber immer mit viel - freilich angeknabberter - Seele. Authentischer als sämtliche Zeitgenossen, die in irgendeiner Form dem Retrotrend fröhnen, sind sie jedenfalls immer noch. Weil ihre Songs nahe gehen, auch wenn sie mal nicht ganz so gelungen sind, weil die Vorbilder zu offensichtlich zitiert werden. Weil sie sich einen Dreck um das kümmern, was gerade angesagt ist. Da sind sie den White Stripes nicht unähnlich. Die haben ja ebenfalls einen Stylecode. Nehmen aber anders als BRMC noch rot zu schwarz und weiß. Die Musik wird davon jedoch nicht unbedingt besser, das haben BRMC schon begriffen. Und spielen sich lieber den Dreck von der Seele.


Ähnlich:
Johnny Cash, Bob Dylan, Neil Young, The White Stripes, Kings Of Leon, Screamin' Jay Hawkins, Johnny Cash, Hank Williams, Jon Spencer Blues Explosion, The Byrds, The Band, Tom Waits, Counting Crows, Alpha Band

04.11.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!