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biafra, jello with the melvins - sieg howdy!


Erscheinungsjahr: 2005
Label: alternative tentacles
Tracks: 10
Spielzeit: 48:02
Genre: punk
Subgenre: biafra punk
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Bewertung: 5.5/10

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Da passiert es doch noch: Jello Biafra ist auf seine alten Tage zufrieden mit seiner Backing Band. Und das, obwohl es doch die Melvins sind, die sich, es ist noch gar nicht so lange her, recht abfällig über offensiv politische Rockmusik geäußert haben. Aber bestimmt auch, weil es die Melvins sind - momentan ist im Punkrockbereich wohl keine andere Band zu finden, die derartig tight aufeinander eingespielt sind.

Und so kommt "Sieg Howdy!" (grandioser Titel in Anspielung auf die Kriegsführung der USA) auch nur ein Jahr nach dem tollen, letztjährigen "Never Breathe..." daher. Mal wieder mit wundervollem Artwork von Macki Osborne.

Aber mit fürcherlichem Opener: "Halo of Flies" ist eine gräßlich überzeichnete Karikatur des Alice Cooper-Songs geworden und nur in den instrumentalen, schlagzeugbetonten Parts richtig anhörbar. Der Rest ist aufgebauschtes Raunen. Zum Glück, möchte man fast sagen, geht es danach mit einer Alternativversion des schon veröffentlichten "The lighter side of global Terrorism" weiter, die der Originalversion außer ein paar Gitarrensoli und Jamparts nicht viel hinzufügt - aber auch nichts kaputt macht.

Erst "Lessons in what not to become", der erste neu komponierte Song, der auch schon auf der Live-Tour zu bewundern war, bringt Glanz in die neue alte Hütte: Das hat fast Dead Kennedys-Status, das wäre auch auf "Never breathe..." nicht schlecht aufgefallen. Abwechslungsreicher, aber mitreißender Stop and Go-Punker, bei dem nur die effektbeladenen Gitarren zwischendurch zum Gimmick verkommen.
So ganz kommen die folgenden neuen Songs nicht daran heran. "Those dump punk kids (will buy anything)" ist aber dennoch der zweite Höhepunkt, weil es mit netten Punkabilly-Parts daherkommt und eine grandiose Leistung Biafras zeigt, der bei seiner Anklage an die heutigen, materialistisch eingestellten Punk Bands, Fans und Reunions (die auch musikalisch hier ganz interessant verwurstet werden) ganz in seinem Element scheint.
Die beiden restlichen neuen Tracks, "Wholy Buy Bull" und "Voted off the island" (auf der Tracklist übrigens fälschlicherweise beide einen Track nach hinten gerutscht) reichen dagegen weder textlich (etwas zu voraussehbar und langweilig) noch musikalisch (ersterer zu viel Noise und zu wenig dahinter, "Voted off..." kurz und monoton) an den restlichen Biafra-Kram heran.

Ganz anders im Verhältnis dagegen ein neu aufgelegter Dead Kennedys Kracher: "Kali-Fornia Uber Alles 21st Century" ist live aufgenommen und ganz auf den neuen kalifornischen Gouverneur gemünzt. Musikalisch mit dem neuen Blut der Melvins bepumpt und textlich auf der Höhe der Zeit macht es doppelt Spaß, diesen Klassiker wieder zu hören.

Danach beeindrucken die Remixe von "Dawn of the Locusts" (klingt mit verzerrten Beats fast wie ein Biafra/Melvins-Cover von Dälek oder One Inch Punch), "Enchanted Thoughtfist" (mit ein paar effektbeladenen Riffs und unterschwelligen Veränderungen) und "Caped Crusader" (plus ein paar merkwürdige Samples und einem Vocoder-verzerrten Biafra der schlechteste Remix) schon gar nicht mehr und landen unter ferner liefen.

So ist die ganze CD eine gemischte Angelegenheit. Lohnt wegen dem Artwork, den zwei tollen neuen Songs und dem neuen "Kali-Fornia". Den Rest gibt es sozusagen als Bonus dazu und stört, bis auf "Halo of flies" wohl auch keinen - bezahlt werden muss er trotzdem.


Ähnlich:
Dead Kennedys, Lard, Jello Biafra with D.O.A., The Fall, Black Flag, Nomeansno, Minor Threat, The Circle Jerks, Minutemen, Fugazi, The Stooges, Misfits, The Damned, The Sex Pistols, UK Subs, The Ramones, MDC

04.12.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!