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außer ich - von vorneherein schade


Erscheinungsjahr: 2011
Label: tumbleweed records
Tracks: 14
Spielzeit:
Genre: punk
Subgenre: deutschpunkrock
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Bewertung: 7/10

rating

Deutscher Punkrock ist noch lange nicht tot, solange es Bands wie außer ich gibt. Auch wenn sie bislang sicher noch keiner auf dem Schirm hatte: Das Trio aus Siegen, nicht wirklich als Punkhochburg bekannt, klingt auf "von vorneherein schade" derart frisch, als hätte die Musikrichtung, der sie fröhnen, noch keine 40 Jahre auf dem Buckel. Anteil daran hat sicherlich auch die knackige Produktion aus den Blubox-Studios mit Guido Lucas, der offenbar immer die richtige Balance zwischen guter Produktion und rauer Oberfläche hinbekommt. Jedenfalls ist "von vorneherein schade" die in meinen Ohren beste Punkrockproduktion seit Turbonegros "apocalypse dudes", ohne, dass die Musik der beiden Bands wirklich ähnlich wäre. Thomas, Matthias und Dennis haben zwar eine ähnlich rotzige Attitüde, aber ohne jeden künstlichen Charakter und die Musik hat deutlich weniger Wumms.

Alle 14 Songs auf dem Album mit der charakteristischen Zeichnung auf dem Cover leben von einer geradeheraus gespielten und komponierten Rotzigkeit, kombiniert mit nicht zu offensichtlichen Melodien und auf manchen Songs einem Hang zur Hymne im Refrain. Der Gesang ist dabei in mittlerer Tonlage, dabei rau und stets mit dem nötigen Schuss Versoffenheit und Scheißegal-Attitüde. Ein Wunder, dass die Texte dabei halbwegs verständlich bleiben, zur Sicherheit sind die kurzen bis mittellangen Lyrics aber auch im Pappcover der CD abgedruckt. Und dabei ist der Platz keinesfalls schade: Nicht stumpf, sondern spontan klingen die Texte, manchmal etwas parolen- aber nicht schablonenhaft. Fäkalienlastigkeit könnte man dem Trio noch am ehesten vorwerfen, "kot im eisfeld" und "kopfhollywood" (mit der Zeile "ich dachte ich hätte in die hose gepisst") oder "voltigieren" ("dein toaster vor dein klo, warum nicht essen und scheißen") sind Beispiele, aber die 11 anderen Songs sind ja auch noch da. Und hier wie da kriegen sie wunderbar die Kurve zwischen Persönlichem und, zwischen den Zeilen auch sozialkritischem, nicht um der Kritik willen, sondern mehr als Beobachtung der umgebenden Menschen.

Das einzige, was "von vorneherein schade" fehlt, ist etwas mehr Abwechslung abseits vom noch höheren Tempo z.B. auf "mehr pathos bitte" oder der höheren Spielzeit und (für Punkverhältnisse) Epik in "schotten dicht", was die 14 Songs auf Dauer nicht wirklich kurzweilig macht und auch eine ansonsten durchaus denkbare Dauerrotation verhindert. Der Noise, der bei "frohsinn" um die Ecke schaut könnte so ein Hintertürchen sein. Wie auch immer: Gerne mehr, aber bitte auch etwas Entwicklung in die eine oder andere Richtung.

Texte auch auf der Außer Ich Internetpräsenz


Ähnlich:
Turbostaat, Captain Planet, EA80, Smoke Blow, Boxhamsters, Wizo, Muff Potter, But alive

01.12.2012
stativision


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!