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asva - futurists against the ocean


Erscheinungsjahr: 2005
Label: web of mimicry
Tracks: 4
Spielzeit: 52:23
Genre: metal
Subgenre: avantgarde drone doom
asva-cover-art.jpg
Bewertung: 7/10

rating

Wohoo! Trey Spruance spielt neuerdings Doom/Drone Metal. Zusammen mit den Hauptverantwortlichen G. Stuart Dahlquist (Sunn O)))) und B.R.A.D. (Burning Witch). Und deren Band Asva (sanskrit für Arbeitspferd) ist konsequent: Sie ziehen jeden der vier Tracks über die Zehn-Minutenmarke, sie halten sich an 30 Beats und Riffs pro Minute und ein Track besteht komplett aus Feedbacks und wabernden Drones aus Gitarre und Bass, erst nach 6 Minuten gibt es hintergründiges, aber monolithisches Schlagzeug. Sie chiffrieren ihre Songtitel in einer Schrift, die der kyrillischen ähnelt und packen ihre CD in einen pappbraunen Digipak mit kryptischen Symbolen und melancholischen Zeichnungen. Man weiß nicht, ob "Fortune", als einziger Track in lateinischer Schrift geschrieben, noch zu "Zaum" gehört, oder für sich selbst steht. Und bekommt das so richtig auch nicht beim Hören der CD raus - die Übergänge sind hier alle fließend.

Wie die Menschen in der Abbildung einer postnuklearen oder prähistorischen Wüste im CD-Tray fühlt man sich auch beim Hören der CD. Ich muss dabei immer wieder an den Beginn von "2001 - Odyssee im Weltall" denken. Knochentrockene Riffs in "Kill the Dog, tie them up, then take the money" und das sparsame Schlagzeug mit Unterstützung von Röhrenglocken dazu wie langsame Schläge in die Magengrube. Von unsichtbaren Kräften angetrieben. Viel passiert hier nicht, in langsamen Schleifen wiederholt sich das Szenario mit wenig wahrnehmbaren Veränderungen, bis sich kaum merklich eine geisterhafte Hammondorgel anschleicht und flüsternde Stimmen unheimliche Botschaften wispern. Bis die Erlösung in Form von himmlischen Gebimmel kommt. Vierzehn Minuten lang dräuender Wahnsinn. Der fast nahtlos übergeht in die zwölf Minuten lange Geräuschkulisse "Zaum - beyonsense". Beyond Sense oder Biosense? Beantwortet wird das nicht. Nihilismus pur, wenn sich die tiefen Bass- und Gitarrengeräusche quälend langsam durch den Raum schieben wie ein pervers großes Urzeittier. Düsterer ist nur das direkt folgende "Fortune". Grandioser Titel (nach Orffs Carmina Burana), klar. Die komplette erste Hälfte wird mit niederschlagendem Brummen gefüllt, im Hintergrund wird die nervtötende Sinusschwingung produzierende Hammond Orgel lauter, fast unerträglich und es muss Percussion einspringen, um den Song halbwegs hörbar zu machen. Dann, eine gute halbe Stunde nach dem ersten Ton der CD: Gesang. Wie ein gefallener Engel aus heiterem Himmel, vorgetragen von Jessika Kenney. Etwas enervierend, aber gleichzeitig himmlisch schön. Zwischen Sopran aus moderner Oper und dem ätherischen Gesäusel von Kari Rueslatten auf den frühen Third and the Mortal-Alben. Nun ist auch die Hammondorgel sanfter und weniger penetrant. Sakral das Alles. Eine gottlose Sakralität.

Davon abgesetzt: Der letzte Song "By the well of living and seeing". Ja, Song. Fast schon klassisch: Langsam hämmerndes Schlagzeug, tiefe Riffs, übereinander gelagerte Frauen- und Männerchöre. Für alle Neurosis-Fans, die auch gleichzeitig schon immer Gothic Doom Metal gehört haben, eine wahre Freude. Aber eben auch die "normalste" Hörerfahrung auf diesem anstrengenden, trancigen, düsteren, unendlichen Album. Zumindest bis die Hexe am Mikro ausflippt, während der Chor im Vordergrund stoisch weiter seinen kaum zu entziffernden Text skandiert.

Achja: Die Idee zur Musik auf "futurists against the ocean" entstand nach Wortlaut des Masterminds zu einem nicht geringen Teil während Dahlquist die Kacke seiner Hunde aufsammelt. "The origin of true doom".


Ähnlich:
Thorr's Hammer, Sunn O))), Burning Witch, Goatsnake, Khanate

18.07.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!